Der Besinnungstag am Samstag, 14. Nov. 2020 zum Thema „Jesus, der Jude“ muss(te) verschoben werden.

Hier finden Sie dazu ein paar Gedanken von Mag. Hans Hauer zum Nachlesen:

Wer eine Person kennenlernen will, gewinnt besonders viel dadurch, wenn sie / er den Lebenshintergrund bedenkt. Im Fall der Person Jesu ist dies sein Leben als Jude vor 2000 Jahren. Er und alle seine Anhänger*innen waren aus dem jüdischen Volk und haben ihr Leben aufgrund der hebräischen Bibel (= fast gleich mit unserem Ersten oder Alten Testament) und den damals üblichen Festen gestaltet. Jüdische Feste und Feiertage sind ein bereichernder Zugang zur Person Jesu und vertiefen viele Aussagen in Neuen Testament. Denn der Wochenrhythmus mit dem Ruhetag, die Hochfeste wie Ostern, Pfingsten und andere haben im Judentum ihren Ursprung.

Als nächstes Fest feiern Juden Chanukka. Am Beginn vom 25. Kislew 5781 (= heuer 2020 der Abend des 10. Dezember / 2021 am 28. November) entzünden die Mitglieder der mosaischen Religion die erste von acht Kerzen auf dem neunarmigen Leuchter. Jeden Tag wird eine weitere Kerze entzündet und an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem 164 v. Chr. gedacht (vgl. 1 Makk 4,36–59). Zuvor hatten die griechischen Seleukiden den Tempel für den Gottesdienst entweiht. Eine rabbinische Legende erzählt, dass für das Entzünden der Menora (= siebenarmiger Leuchter) nicht mehr genug Öl vorhanden war. Aber wie durch ein Wunder reichte das Öl eines kleinen Kännchens für acht Tage. In dieser Zeit konnte frisches Öl für den Leuchter hergestellt werden. Zum „Tempelweihfest“ im „Winter“ ist auch Jesus nach Jerusalem gepilgert (siehe: Johannesevangelium 10,22–39). In der kühlen Jahreszeit geht es in der heißen Diskussion im Tempel um die Frage, wer Jesus ist. Er sagt seinen Gegnern: „Viele gute Werke habe ich im Auftrag meines Vaters vor euren Augen getan.“ (Joh 10,32).

Zu Chanukka bekommen die Kinder Geschenke (ähnlich unserem Weihnachtsfest – darum wird manchmal auch von „Weihnukka“ gesprochen –, obwohl die beiden Feste nur die Lichtsymbolik gemeinsam haben). Es werden typische Speisen wie Kartoffelpfannkuchen, Apfelkuchen, Ölkuchen und Krapfen gegessen. Besuche sind üblich. Außerdem wird das Dreidl-Spiel mit ein Kreisel bei diesem Fest gespielt.

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