Gedanken zum Sonntag

Texte aus der Bibel, aus dem Evangelium geben uns Orientierung, können Kraftquelle sein.

Evangelium nach Johannes17.,1-11a

In jener Zeit

1 erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 5 Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. 7 Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. 9 Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. 11a Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Gedanken auf den Weg von Gottesdienstleiter Gerhard Winkler Ebner

Leben ist Begegnung

Viele Menschen machen Urlaub um Neues kennen zu lernen. Aber erst die Begegnung mit dem konkreten Menschen vervollständigt den Blick. Heute kann man fremde Kulturen mit wunderschönen Palästen, Kirchen und Moschen kennen lernen, wenn man sich darauf einlässt. Plötzlich bekommt Fremdes aber ein Gesicht, wenn mir ein Mensch gegenübersteht.

Einigen von uns fällt es nicht leicht, auf einen fremden Menschen zuzugehen. Manche schauen weg, weil sie meinen, dass sie kein Gespräch führen könnten. Manche finden es als Bedrohung, dass der andere eine dunkle Hautfarbe hat, eine uns fremde Sprache spricht oder eine eigenartige Kleidung trägt.

Das Zugehen und Hinschauen auf Fremde und auf Fremdes öffnet oft auch Verborgenes in uns, macht uns verständnisvoll für den anderen. Sicher denkt sich so mancher Christ bei einer solchen Begegnung: auch dieser Mensch ist von Gott erdacht und ist mir Bruder oder Schwester. Er fühlt und hofft wie ich und hat dieselben Probleme. Wer Fremdes kennen gelernt hat, schätzt dann auch wieder mehr seine vertraute Umgebung. Dazu gehören auch die religiösen und die kulturellen Wurzeln eines Menschen.

Wer fremde Kulturen und Religionen nie erlebt hat, wird das, was ihn umgibt, nicht so wertvoll erachten als jener, der vieles erfahren und kennen lernen konnte. Wer eine Zeitlang "in den Schuhen des anderen geht", lernt mit dem Blick des anderen zu schauen. Die Begegnung mit Schwachen und Hilfsbedürftigen bewahrt uns vor der krampfhaften Beschäftigung mit uns selbst. Oft ist mir schon der Gedanke gekommen, ob Gott es nicht doch gut mit uns meint und uns solche Situationen erleben lässt, damit wir nicht Gefangene unseres Wohlstandes werden.

Mit leichtem Gepäck gehe ich leichter und habe mehr Zeit für den anderen. Jene Zeit möchte ich nicht missen, die ich mit Fremden hier oder bei Besuchen in fremden Ländern erlebt habe. Sie haben mir nichts genommen, sondern mich reicher gemacht. Was ich helfen und geben konnte, ging mir nie ab. Dabei erkenne ich, wie sehr der andere in Not ist und ihm meine Hilfe ein gutes Stück weiterhilft. Das Helfen-Können ist ein Geschenk und macht nicht nur zufriedener, sondern auch glücklich.

Ich weiß um Jesus Christus, der mir im Antlitz des Fremden begegnet und selbst gesagt hat: "Was ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan."

Um wieviel mehr gilt das auch für unsere Ehefrauen und Ehemänner.

Wir wollten ja dieses Wochenende mit den Ehejubilaren gemeinsam feiern.

Die Menschen wählen ihren Partner aus Liebe. Im Laufe des Lebens muss man aber immer wieder Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Liebe schenken, damit ein gutes Miteinander gelingt. Wer das beherzigt, dem wird eine gute Partnerschaft leichter gelingen.

Ein großartiges Liebesrezept besteht aus folgenden Zutaten: sehr viel Liebe, aufrichtige Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Spaß und Lachen, große Geduld, aber auch Leidenschaft und möglichst umfassendes Vertrauen. Wenn Ehepaare diese Zutaten gut durchmischen und mit beliebig vielen Umarmungen und Küssen servieren, wird eine gute und harmonische Ehe gelingen.

Wenn es Probleme gibt, soll man auch einmal in den Schuhen des anderen gehen, so lernen wir die Denkart des Partners besser kennen. Es macht auch glücklich, dem anderen immer wieder zu helfen und zu unterstützen.

Liebe deinen Nächsten, also auch deinen Partner, wie dich selbst, so steht es schon in den Anweisungen für ein gelingendes Leben seit der Zeit des Moses in den 10 Geboten.

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