Historisches: Ort und Pfarre

Der Ursprung Leondings liegt bereits in der Frühgeschichte. Im Leondinger Raum gibt es Fundgegenstände aus der jüngeren Steinzeit, bronzezeitliche Hügelgräber, das spätkeltische Wallsystem des Kürnbergs mit dem Doppelringwall „auf der Burg“, und aus der Römerzeit existieren die Fundamente eines Wachturmes in der Nähe der Hirschleitenbachmündung und div. Funde im Ortsbereich von Leonding.

Die „Ochsenstraße“ (Paschingerstraße) hat mit Sicherheit römischen Ursprung, möglicherweise sogar keltischen. Im Jahr 1983 wurde in der Nähe des Bahnhofs Leonding eine Begräbnisstätte von fünf Kriegern aus der Völkerwanderungszeit freigelegt.

Seit dem 7. Jhdt. siedelten hier die Baiern. Der Name Leonding stammt aus dieser Besiedelungsphase (altbairischen Personennamen Liutmunt à Liutmuntinga - erstmals nach 1013 urkundlich erwähnt), Im Jahr 791 wurde der Name „Rufling“ in einer Urkunde des Hochstiftes Passau erwähnt und ist damit als älteste Ansiedlung des Gemeindegebietes belegt. Die Christianisierung des Raumes erfolgte ab dieser Zeit zunächst vom Bistum Passau aus, später vom Bistum Salzburg.

Der Kirchenpatron „St. Michael“ weist auf die iroschottische Missionierung zurück (8. Jhdt.). 

Seit der Frankenzeit (Kaiser Karl der Große 791 in Linz) gehörte Leonding zum kirchlichen Verwaltungsbereich der Martinskirche. Erst Anfang des 11. Jhdts. wurde die Pfarre Leonding als „Tochterpfarre“ weitgehend unabhängig und selbständig, wie der Ablaßbrief von Papst Nikolaus IV. von 1290 beweist.

Zur Zeit der Franzosenkriege wurde Leonding sehr schwer in Mitleidenschaft gezogen. 1809 wurde fast der ganze Ortskern von Leonding durch Brandstiftung zerstörte, insgesamt 13 Häuser.
Die vormals rein bäuerliche Gemeinde erlebte im 20. Jhdt. durch die Nähe zur Landeshauptstadt Linz und der sich dort entwickelnden Industrie, einen ungeheuren Aufschwung. Der drohenden Eingemeindung nach Linz entging Leonding nur der Tatsache wegen, dass sich in unmittelbarer Nähe das Wohnhaus der Familie Hitler stand (und heute noch steht).

Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte der Handel und das Gewerbe auf. Die Ansiedelung vieler Heimatvertriebener und die Wohnraumbeschaffung für viele in der Nachbarstadt Linz beschäftigten Arbeitnehmer führten zu einem Anschwellen der Bevölkerungszahl Leondings im Jahre 1975 auf 19.000.
Im Jahr 1975 erfolgte die Erhebung Leondings zur Stadt.

Im Stadtgebiet von Leonding gibt es vier selbständige Tochterpfarren: Linz-St. Theresia (Keferfeld); Leonding-Doppl-Bruder Klaus; Leonding-Hart-St. Johannes und unsere Pfarre Leonding- St.Michael. Zu letzterer gehören derzeit rund 6.200 Katholiken.